Weinanbau in Dresden

Einzigartig in Sachsen ist die Kulturlandschaft des Weinanbaus. Das Anbaugebiet an der Elbe gilt als eines der kleinsten in Deutschland und als das nordöstlichste Europas. Und so zählt heute die Einkehr in gemütliche Weinstuben, rauschende herbstliche Weinfeste in den Gemeinden und Städten im Sächsischen Elbland, Besuche in den Weinbaubetrieben und Touren entlang des Saechsischen Weinwanderweges zu beliebten Unternehmungen unserer Gäste in den Ferienwohnungen im Barockviertel Dresden. Wein ist gerade entlang der Sächsischen Weinstraße überall und immer ein delikates und bedeutsames Thema. Wein anbauen und Wein genießen ist Bestandteil der Sächsischen Kultur.

Mehr als 850 Jahre Weinbau in Sachsen

Im Jahr 2011 feierten die sächsischen Winzer und Weinfreunde ein großes Jubiläum: 850 Jahre Weinbau in Sachsen. Bis hier her war's ein weiter und mühsamer Weg. Doch die Freude am Pflanzen, Hegen und Ernten der Weinstöcke und Reben hat den sächsischen Weinbauern nie verlassen. Wie es auch gewesen sein mag, gut dreißig Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung des Weinanbaus in Sachsen im Jahre 1161 erwarb das Kloster Altzella (damals politisches und kulturelles Zentrum der Region um Dresden) im Jahr 1195 das Dorf Zadel unweit der Porzellanstadt Meißen und betrieb dort intensiv Weinbau. Von dort aus verbreitete er sich in Sachsen elbauf- und elbabwärts. Ausgehend vom Kloster in Seußlitz (heute Diesbar Seußlitz) entstanden in den folgenden Jahrhunderten auch außerhalb des Elbtals umfangreiche Weinpflanzungen. 1403 fanden die Weinberge in Pillnitz erstmals Erwähnung. 1436 entstanden die Weinberge bei Weinböhla und so beziffern Schätzungen die Weinanbaufläche auf etwa 5.000 Hektar vor dem 30-jährigen Krieg (1618 – 1648). Dies war die größte Ausdehnung des Weinbaus in Sachsen .. bis heute ... und das vor etwa 400 Jahren.

Reblaus, Qualität des Weins und hohe Zölle

Über die damalige Qualität und Ansehen des Sachsenweins kursieren widersprüchliche Überlieferungen. Mit dem Beginn des Terrassenweinanbaus im 17. Jahrhundert verbesserten sich die Erträge und die Bekömmlichkeit. Aber dem Wein machten neue Getränke Konkurrenz, ebenso wie Misswuchs, harte Fröste, Kriege und steigende Zölle, die der Weiterentwicklung Steine in den Weg legten. Die Gründung der Sächsischen Weinbaugesellschaft im Jahr 1799, als erste dieser Art in Europa, brachte den Weinbauern und dem Markt die nötigen Standarts, in Folge auch wissenschaftlich fundierte Arbeiten, Forschungen und Publikationen  und die Gründung der ersten Europäischen Winzerschule auf dem Fürstenberg zu Meißen. Dies konnte jedoch nicht den Rückgang des Weinbaus im Elbland aufhalten. Der 1887 auch in Sachsen beginnende Reblausbefall tat dazu ein übriges und so kam der Weinanbau in Sachsen zum Ende des 19./Anfang 20. Jahrhunderts fast zum Erliegen.

Neubeginn mit dem 20. Jahrhundert

Rettung kam 1907 mit den ersten veredelten Reben und damit die Veranlassung der Winzer, zum Anbau der Pfropfreben überzugehen. So kam der Weinanbau in Sachsen wieder zu Blüte, wenn auch die beiden Weltkriege die Entwicklung nicht gerade beschleunigten. Mit dem in Meißen gegründeten „Kleinweinbauverein“ begann die Förderung des Weinanbaus auf kleinsten Flächen. Sozusagen Hobby- und Kleinwinzer entdeckten Ihre Liebe zu den Rebstöcken und hierbei erfolgte eine Rekultivierung der ehemals bekannten, aber teilweise schon verwilderten Weinbergsanlagen an den Elbhängen. Die Kelterung der Trauben erwies sich für die Kleinwinzer als logistisches und technologisches Problem und so hatten die meisten Weinbauern keine Möglichkeit, ihre Trauben selbst zu keltern und zu verkaufen. Die Weinhändler waren zudem am Aufkauf kleiner Mengen nicht interessiert und die Preise für einheimische Weine wurden bewusst niedrig gehalten. Einen Ausweg aus dieser Situation brachte die Bildung der Sächsischen Winzergenossenschaft im Jahr 1938. Dieser Schritt einer Bündelung des Know-How's in der Bewirtschaftung und Vermarktung im Interesse aller angeschlossenen Weinbauern entwickelte sich zum Fundament des Erfolgs des Sächsischen Weinbaus in der Neuzeit. Es wurde aufgerebt und auch die Steillagen in den Elbhängen erfreuten sich wieder intensiver Bewirtschaftung.

Heute sind Weine aus Sachsen eine Rarität

Die seit den 90iger Jahren für uns Sachsen nun geltenden marktwirtschaftlichen Produktionsbedingungen im vereinten Deutschland geben dem heimischen Weinbau Entwicklungspotenziale in fast jede erdenkliche Richtung. Private Weingüter wurden und werden gegründet. Die Weinqualität ist enorm gestiegen. Sachsen wirbt nun deutschlandweit mit der Dachmarke „Eine Rarität. Weine aus Sachsen." Touristen aus aller Welt kommen ins Elbland, nach Meißen, auf die drei Dresdner Elbschlösser, nach Pillnitz und Diesbar Seußlitz, um vom edlen Tropfen sächsischer Weinbaukunst zu kosten und sich unwiederbringlich in die beeindruckende Kulturlandschaft des Weinanbaus in und um Dresden zu verlieben. Die 55 km lange Weinstraße von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis in die idyllischen Elbweindörfer um Diesbar-Seußlitz verbindet auf harmonische Weise kulturhistorische Sehenswürdigkeiten und die reizvolle vom 800-jährigen Weinbau geprägte Landschaft. Kultur, Geschichte, eine faszinierende Fluss- und Weinlandschaft, Porzellan und Architektur – diese enge Verbindung macht das Sächsische Weinanbaugebiet so anziehend und einzigartig! Weinanbau ist Sächsische Kultur.